future lab living kitchen

Der renommierte Gastroausstatter stölner und Studio designkollektiv luden Fachleute aus Gastronomie, Design und Marketing zu einem Think Tank zum Thema Küche der Zukunft unter dem Motto „living kitchen“ ein. Über mehrere Monate hinweg bündelten sich in mehreren Workshops teils komplementäre Kompetenzen um in dieser Expertenrunde visionäre Ideen zu dem top-aktuellen Thema zu diskutieren und konzeptionelle Ansätze dazu zu entwickeln. Die dabei extrahierten Leitideen wurden in Folge auf ihre Umsetzbarkeit in Hinblick auf ihre soziale, wirtschaftliche, gestalterische und ökologische Nachhaltigkeit hin überprüft. Die abschließenden Erkenntnisse, die dabei entstandenen Entwurfskizzen zu Funktionalität und Form sowie Überblicke zu den Outputs der einzelnen Themenrunden sollen fortan bei zukünftigen Planungsprozessen, Produktentwicklungen und im Consulting als Grundlage dienen.

 > living kitchen = flexibel

Die Zukunft verlangt auch im professionellen Küchenbereich nach zunehmender Flexibilität. Schnell wechselnde Trends und generell eine zunehmende Kurzlebigkeit im Gastronomiebereich stehen in starkem Kontrast zu den gängigen, größtenteils statischen Gastrosystemen. Die Gastroküche der Zukunft sollte somit zu unterschiedlichen kulinarischen Thema in multiplen Bereichen von der Großküche bis hin zur schnelllebigen Event-Gastronomie bzw. im Catering einsetzbar sein. Eine Antwort auf diese wachsenden Ansprüche könnten modular aufgebaute Systeme sein, bei denen nicht nur die Einzelkomponenten flexibel kombinierbar sind, sondern auch die integrierten Geräte unkompliziert austauschbar bzw. unschwer auf- und umrüstbar bleiben. Durch diese Anpassbarkeit ist die Küche der Zukunft einerseits als klassische Einrichtung wie bisherige Systeme in vollem Funktionsumfang nutzbar, kann aber zudem maximal auf die durchaus auch wechselnden Bedürfnisse ihren Nutzern reagieren. Als innovatives Baukastensystem mit maximaler Flexibilität könnte sich die Küche der Zukunft auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Nutzers oder Projekts hin anpassen.

 > living kitchen = mobil

Die zunehmende Schnelllebigkeit unserer Zeit spiegelt sich auch im professionellen Gastrobereich wieder. Neben einer zunehmenden Kurzlebigkeit von gastronomischen Trends ist auch die den Privatbereich revolutionierende Tendenz zum Outdoorcooking in der professionellen Gastronomie zunehmend ablesbar. Dabei geht es schon lange nicht mehr rein um gediegene Grillagen, ganze Menüfolgen werden unter den Blicken interessierter Gäste unter freiem Himmel zubereitet und verzehrt. Was, wenn nun eine vollständig funktionstüchtige professionelle Küche mit ihren Gästen mitziehen könnte und während der Sommersaison outdoor und sobald die herbstliche Kälte ins Land zieht wieder indoor nutzbar wäre? Wenn nun die Einzelmodule auch noch zusammenlegbar und in mitgelieferten Transportboxen auf ein Minimum an Fläche reduziert, gut geschützt lagerbar wären, könnten auch rein saisonal aktive Gastrokonzepte bedient werden.

> living kitchen = simpel

Der Anspruch einer innovativen Küche der Zukunft an Flexibiität und Mobilität verlangt nach den entsprechenden technischen Entwicklungen. Modulare Systeme in Kombination mit technischen Ansprüchen erfordern neue Lösungsansätze. Nur wenn die Bedienung solcher adaptierbarer Systeme simpel und intuitiv bleibt, kann ein Einsatz auch im professionellen Bereich angedacht werden. Für die Verbindung der Einzelkomponenten miteinander müssen Verbindungsmechanismen entwickelt werden, die einerseits im Aufbau einfach, im statischen Einsatz absolut stabil und im Abbau verlustfrei über viele Jahre wiederverwendbar bleiben. Für die notwendigen Anschlüsse bietet sich ein „Plug and Play“ Stecksystem an, das sofortige Funktionalität im Bedarfsfall gewährleisten kann. Sämtliche Zu- und Ableitungen können daran einfach angesteckt und aufwändige Installationen dadurch vermieden werden.

> living kitchen = cool

Sehen und gesehen werden, zeigen was man hat und was man kann – neben der notwenigen Mobilität spielen in der Küche der Zukunft auch zunehmend gestalterische Themen eine Rolle. In Hinblick auf die Vielfältigkeit der Ansprüche an zukünftige Gastrosysteme sollte das Design trendige Torheiten vermeiden und sich durch moderne Schlichtheit und Understatement auszeichnen. Eine spezielle Rolle kommt dabei der Gestaltung der Interaktionsbereiche, also u.A. den Knebeln und den Interfaces zu. Eine intuitive, einfache Benutzerführung muss gewährleistet sein. Zudem ist auch bei der Oberflächengestaltung Flexibilität und maximale Anpassbarkeit gefragt. Das System sollte durch eine große Auswahl an Fronten und Arbeitsplatten einen hohen Individualisierungsgrad gewährleisten können. Die Möglichkeit der Integration von CI-Materialien sowie die Bedruckbarkeit der Komponenten sollte möglich sein. Die Küche der Zukunft bietet Design to cost auf höchstem technischen Niveau.

> living kitchen = temporär

Shared spaces, shared cars – why not shared kitchens? Die Anschaffungskosten für konventionelle Gastrosysteme sind durchaus beträchtlich und vor allem für Start-ups oft schwer zu finanzieren. Warum nicht im Rahmen einer Küche der Zukunft über temporäre Lösungen nachdenken? Für Neustarts, kurzweilige oder saisonale Nutzungen könnte eine an die Bedürfnisse des Nutzers angepasste Miet- oder Leasingvariante zur Verfügung angedacht werden. Die Zusammenlegbarkeit der Einzelkomponenten, sowie die platzsparende Lagerung in der mitgelieferten Transportbox ermöglichen den Flächenbedarf der Lagereinheiten auf ein Minimum zu reduzieren. Zudem ist jedes Modul so maximal vor Beschädigung geschützt. So könnten auch aufwändige Küchensysteme ausgesprochen platzsparend gelagert werden, um im nächsten Frühjahr wieder schnell aufgebaut und angeschlossen für die nächste Saison bereit zu stehen.

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