Gastprofessur NDU

Schuppen + Scheune = Leerstände als Hotel der Zukunft

Das Hotel als solches befindet sich derzeit im Wandel, seelenlose Burgen mit teils hunderten von Regelzimmern finden nur noch in Touristenzentren Anklang. Der mündige Reisende hat heute durchwegs differenziertere Ansprüche, sowohl an seinen temporären Wohnraum, wie auch an die daran angeschlossenen Allgemein- und Erlebnisbereiche. Einleitend in die Entwurfsübung soll das System des klassischen Beherbergungsbetriebs anhand von innovativen urbanen Vergleichsbeispielen aus dem zeitgenössischen Kontext hinterfragt werden. Die daraus gewonnen Erkenntnisse sollen als Basis für die folgenden Konzeptentwicklungen dienen.

Leerstände sind sowohl im innerstädtischen als auch im ländlichen Bereich ein sich zunehmend ausbreitendes Thema. Durch den Abzug aus den ländlichen Gebieten und die immer stärkere Konzentration auf einige, wenige Konsum-Hotspots, die künstlich angelegt die lokale Kaufkraft meist in die Randbereiche verschieben, veröden auch durchwegs Gebäude in gut erschlossenen, zentralen Lagen. Wie kann man solche Leerstände reaktiveren, welche Konzepte sind stark genug, um diese Objekte wieder zu beleben? Im Rahmen des Entwurfsstudios „Hotel der Zukunft“ sollen neuartigen Nutzungskonzepte für einen konkreten ländlichen Leerstand entwickelt werden. Die in der Recherche- und Analysephase gewonnen Erkenntnisse sollen dabei auf ein ländliches Ambiente umgelegt werden.

In den derzeit noch leerstehenden Hofgebäuden “Schuppen und Scheune“ des Schlosses Gobelsburg sowie dem angrenzenden Garten- und Hofbereichen wird ein neuartiger Beherberungsbetrieb entstehen. Für die beiden Bestandsgebäude soll ein Raumkonzept entwickelt werden, das mindestens 5 Hotelzimmern (3x Doppelzimmer, 1x Apartment, 1x Longstay) oder alternativ sonstigen Übernachtungsmöglichkeiten für mindestens 14 Personen Platz bieten soll. Es sollen unterschiedliche Zimmergrößen, Ausstattungs- und Stellvarianten untersucht werden. Weiterführend soll eine Einheit als “Musterzimmer” im Detail ausgearbeitet werden.

Neben den Zimmern ist sowohl die Erschließung für die Gäste, als auch die für das Housekeeping zu berücksichtigen. Die beiden Zimmertrakte sollen um die für das jeweilige Konzept relevanten Allgemeinbereiche (z.B. Check-In Counter, Marktplatz, Shop, Kuhstall, Klettergerüst, …) ergänzt werden, dafür ist im Hof zwischen den Gebäuden ein geeignetes Objekt zu entwerfen.

Ein spezieller Fokus wird bei der Entwurfsübung „Hotel der Zukunft“ auf die Entwicklung des Gestaltungskonzeptes gelegt. Darin soll die Entwurfsidee anhand von Moodboards, Skizzen, Plänen erläutert werden, es ist zudem ein Farb- und Material- und Lichtkonzept zu entwickeln. Im verhältnismäßig beengten Umraum eines Hotelzimmers kommt der Feinstofflichkeit der Materialen, deren Oberflächenbeschaffenheit, Temperatur, also deren haptischen aber auch deren olfaktorischen Qualitäten eine spezielle Bedeutung zu. Eine grundlegende Auseinandersetzung mit den Materialien, die hier Verwendung finden ist somit unerlässlich und wird das Thema begleiten.

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