Timber Bridge – BOKU Paper

Mit einer spindelförmigen Drehung um die eigene Achse spannt sich der begrünte Fußgängerübergang zukünftig über die Peter Jordan Straße und entlastet damit das infrastrukturell stark beanspruchten Segment im Bereich der Kreuzung mit der Dänenstraße. Die Gestaltung der Außenhülle der Brücke und die Brücke selbst steht symbolisch für den Wissenstransfer, den Prozess der Weitergabe des in Lehre und Forschung erarbeiteten Wissens, das in ständigem Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden transportiert, transformiert und erweitert wird. Diesen Veränderungsprozess spiegelt die Struktur der Überführung wieder, in dem sie ihre Form von Alt zu Neu metamorph zu verändern scheint. Gestalterisch nehmen die verwundenen Lamellenrahmen der Außenhülle Bezug zur modernen Fassade des neuen TÜWI Gebäudes auf, während der von traditionellen Bauweisen abgeleitete stützende Aufbau, das eigentliche Tragwerk der Brücke, wie ein Rückgrat funktioniert und Bezug auf den historischen Hintergrund der Universität nimmt.

Im Sinn der Nachhaltigkeit und bezugnehmend zum direkten Umfeld findet ein nachwachsendes Material mit außerordentlich hoher Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse Verwendung: Lärchenholz. Das Fachwerk, die eigentliche Tragkonstruktion, wird aus Lärchenbrettschichtholz ausgeführt. Ebenso soll die Unterkonstruktion des Dachs, der Boden sowie die Stiegenauftritte aus Holz ausgeführt werden. Womit der gestalterische Integrationsgrundsatz auch in der Materialität reflektiert wird. Für die Umsetzung wird ein parametrischer Planungsansatz in Kombination mit einer automatisierten Produktionsdatengenerierung gewählt.

Abschließend wäre auch noch der symbolische Charakter zu erwähnen. Die so entstehende Torsituation überspannt an einem infrastrukturell bedeutenden und markanten Punkt
als Landmark die wichtigste Erschließungsachse des BOKU Areals Türkenschanze. Zudem verbindet die Brücke symbolisch die traditionsreiche Vergangenheit der Universität für Bodenkultur mit ihrer dynamischen Gegenwart. Die nachhaltigen Baumaterialien, der innovative Produktionsansatz sowie die Begrünung der Außenhülle repräsentieren zusätzlich den Spirit der Institution fortan im öffentlichen Raum.

Renderings: (c) Michi Sohm, expressiv GmbH

Hier der Downloadlink zur vollständigen wissenschaftlichen Publikation:

http://designkollektiv.at/wp-content/uploads/2020/05/sustainability-12-03218-v2_low.pdf

Weitere Informationen unter folgendem Link:

https://www.mdpi.com/2071-1050/12/8/3218

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